SKALA

Strukturarbeit

Als sinnstiftenden Namen für unser Betreutes Jugendwohnenn haben wir uns SKALA ausgesucht. Zum Beispiel, weil man aus den Buchstaben des Wortes S.oziale K.ompetenz und A.lltagstauglichkeit L.ernen und A.nwenden bilden kann.

Wichtiger war uns bei der Namensgebung jedoch die Bedeutung des Wortes, wie es im Italienischen verstanden wird:

Scala = Treppe /Aufgang 

 

Wo liegen Unterschiede zum "normalen" Betreuten Jugendwohnen?

SKALA betreut intensiver. Und zwar morgens vor Arbeits- oder Schulbeginn und nachmittags bis abends sowie stundenweise am Wochenende.

Der Stellenschlüssel liegt bei 1:3.

Wir arbeiten zur optimalen Ausgestaltung des Hilfeprozesses mit externen Institutionen (Therapeuten, Fachberatungsstellen) zusammen. Das hält die Kosten trotz intensiver Betreuung und Zusatzleistungen für das Jugendamt überschaubar

(Tagessatz 2012: 75,53 Euro).

So unverzichtbar es ist, eine professionelle Haltung in der Arbeit einzunehmen, so hilfreich ist es, wenn das, was man tut, einem Bestätigung verschafft und sinnvoll erscheint. Wir haben die Ziele und Erfolge der gemeinsamen Arbeit mit den jungen Menschen im Auge, nicht unsere Arbeitszeitdokumentation. Das hat übrigens mehr mit Eigennutz als mit Helferkomplex zu tun. Befriedigung (sprich: Arbeitszufriedenheit) finden wir in unserer Arbeit eher in den erreichten Arbeitsergebnissen, als in Form der überschaubaren Zahl auf dem Gehaltszettel. Deshalb zahlt sich eine hin und wieder nötig werdende Investition in Form unbezahlter Mehrarbeit für alle Beteiligten aus.

Unser Arbeitsansatz ist handlungsorientiert

Wir bieten uns den jungen Menschen als Ansprechpartner und Identifikationsfigur an.

Wir bieten Gelegenheiten für bestätigende Erlebnisse, zur Ausweitung der eigenen Grenzen genauso wie für das Erkennen derselben

Wir bieten Orientierung an klaren Regeln, Strukturen und nachvollziehbaren Konsequenzen.

Wir konfrontieren die jungen Menschen mit der Leistungsorientierung unserer Gesellschaft.

Wir wollen Inklusion für die von uns Betreuten und arbeiten daran; zum Beispiel beim Mountainbike-Projekt.

 

"Das Geheimnis des Könnens liegt im Wollen"

Die Bereitschaft zur gemeinsamen Arbeit an der Verbesserung der eigenen Lebenssituation und die Fähigkeit, über Nacht und an den Wochenenden überwiegend alleine zurecht zu kommen sind die Aufnahmekriterien bei SKALA.

Ausschlusskriterien sind manifester Konsum harter Drogen und fortgesetzte strafrechtlich relevante Delinquenz, weil unter diesen Bedingungen auch aus Wollen kein Können werden kann.

 

Wir lernen noch

Ein Großteil der jungen Menschen, die durch SKALA betreut werden, steht vor der Aufgabe, basale Fähigkeiten zur Alltagsbewältigung zu erlernen: 

  • Regelmäßig Zähneputzen und Duschen

  • Saubere Klamotten anziehen

  • Müll vor die Haustür stellen

  • Zum Zahnarzt gehen

  • Morgens aufstehen

  • Lebensmittel einkaufen

  • Behördengänge erledigen…

... all dies, häufig vor dem Hintergrund schwerwiegender Verhaltensauffälligkeiten.

 

Permanent arbeiten unsere Mitarbeiter in der 14-tägig stattfindenden Supervision an der Verbesserung des je individuellen sozialpädagogisch wirksamen Beziehungsangebotes, auf dem die ge- meinsame Entwicklungsarbeit basiert.

Die Beschäftigung mit Fachliteratur und Fort- und Weiterbildungen ergänzen den Prozess des fortgesetzten Lernens.

 

 

Erwachsensein ist ein Zustand - kein Alter

Gerne nehmen wir einen jungen Menschen auf, der aufgrund seiner aktuellen Lebenssituation vorübergehend Jugendhilfe in Anspruch nimmt und SKALA nach 2 Tagen, Wochen oder Monaten wieder verlässt. 

Gerne beenden wir eine Zusammenarbeit mit Erreichen des 18. Lebensjahres, vor allem, wenn der junge Mensch nicht nur im Pass, sondern auch in seinen Verhaltensmöglichkeiten diesem Lebensalter entspricht. 

Wir verstehen unsere Arbeit als Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft, die dann optimal verlaufen ist, wenn der/die von uns Betreute nach dem Ende der Hilfemaßnahme durchschnittlich gesund und durchschnittlich arbeitsfähig ist.

Wir setzen auf nachhaltig wirksame Persönlichkeitsentwicklung und halten die Beendigung einer Jugendhilfemaßnahme nach Maßgabe des biologischen Lebensalters weder aus ethischer noch aus wirtschaftlicher Sicht für vertretbar. 

Wir konzentrieren uns darauf, Maßnahmen zeitnah zu beenden, die keine Aussicht auf Erfolg haben.

  

"So eine Arbeit wird eigentlich nie fertig, man muß sie für fertig erklären, wenn man nach Zeit und Umständen das Mögliche getan hat." 

Das, woran uns in der Arbeit am meisten liegt, die psychosoziale oder besser gesagt, die Persönlichkeitsentwicklung eines jungen Menschen, bis zur vollumfänglichen Zufriedenheit aller Beteiligten zu führen – dazu fehlen uns Zeit, Geld und vermutlich die ein oder andere übernatürliche Fähigkeit.

Also beschränken wir uns auf das im gesetzten Rahmen machbare – das, was dem jungen Menschen die möglichst besten Chancen für die Zukunft eröffnet.

Wer SKALA verlässt soll:

  • Einen Schul- oder Lehrabschluss in der Tasche haben,

  • seinen Haushalt führen können,

  • seine finanziellen Mittel einschätzen und einteilen können,

  • seine Gesundheit und sein Erscheinungsbild pflegen,

  • sich über seine Schwächen und Fähigkeiten im Klaren sein und

  • wissen, wo er außerhalb des Jugendhilfe Unterstützung zur Lösung seiner Probleme findet.

 

SKALA in Zahlen

Bezugszeitraum ist das Jahr 2005

Skala hat zur Zeit 6 Plätze 

  • 2 erreichte Schulabschlüsse an Regelschulen (erweiterter Hauptschulabschluss, Realschulabschluss)

  • 2 Lehrlinge im ersten und zweiten Lehrjahr

  • 2 Einstiege in Lehrverhältnisse 

  • Bei 2/3 der Bewohner besteht ein festgestellter Hilfebedarf gem. § 35a SGB VIII

  • 2/3 der Bewohner nehmen psychotherapeutische Hilfe als Kassenleistung in Anspruch 

Eine Maßnahme wird auf Wunsch des jungen Menschen abgebrochen. Ein neuer Bewohner ist dazugekommen.

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Konzept SKALA